Yukon Tour 2013

Expedition Yukon 2013: Auf den Spuren der alten Entdecker. Die erste geplante Reise unter dem Namen New Historical Adventure.

Die beiden Abenteurer Joachim Kreuzer und Manfred Schröter beabsichtigten eine Expedition auf den Spuren der North West Company durch das Yukon Gebiet und Alaska durchzuführen und dabei den Yukon River komplett mit einem traditionellen Boot und in historischer Kleidung und Ausrüstungsgegenständen zu befahren.

Den Traum, alleine den 3200 km langen Yukon-River hinunter zu paddeln, hatte Manfred Schröter schon 2006 aufgegriffen. Während der ersten Planungsmonate kamen schnell Überlegungen dazu, diese Reise der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Dokumentation darüber sollte für die breite Öffentlichkeit so interessant wie möglich gestaltet werden. Deshalb wich auch der Traum von ca. 3 monatiger Einsamkeit in der kanadischen Wildnis der Vorstellung, eine weitere Person für dieses Abenteuer zu begeistern. Die Wahl fiel wie von selbst auf Joachim Kreuzer, schließlich war man 1994 schon einmal zusammen in der Wildnis Kanadas unterwegs.

„Wir begannen mit dem Bau eines kleineren Yorkbootes Anfang Dezember 2011. Das da noch  im Bau befindliche Boot stellten wir dann im Januar auf der BOOT Düsseldorf vor und haben dort weiter daran gearbeitet. Die LÜA ist nun 6,70m bei einer Breite von 1,70 m. Es wurde noch das schon fertig gestellte Ruder angebracht und das Boot  zusätzlich zu dem geplantem Rahsegel mit zwei Riemenpaaren ausgerüstet. Nach der Fertigstellung unternahmen wir einige Testfahrten damit, um die benötigte Ausrüstung vervollständigen zu können. Das fertige Boot und die gesamte für die Expedition benötigte Ausrüstung stellten wir dann im Januar 2013 auf der BOOT Düsseldorf aus. Im Mai 2013 wurde es nach Whitehorse/Kanada gebracht. Viele Firmen, teilweise mit dem Slogan „Weltweit“ werbend, sprachen wir an. Doch niemand brachte es wirklich fertig die Hin.- und Rücktour zu organisieren. Kurz vor Toreschluss kam Joachim auf die Idee die Firma anzusprechen, welche sie mit dem Trocknen der Bootshölzer geholfen hatte. Diese brachte unser Boot dann mit deren eigener Spedition mit LKW nach Rotterdam, mit einem Frachtschiff nach Montreal, über die Schienen nach Edmonton und dann wieder mit einem LKW nach Whitehorse. Dass es zu guter Letzt doch 2 Wochen später ankam, war der Beginn vieler Dinge die noch schief laufen sollten.

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In Frankfurt am Flughafen hatten wir noch ein Fahrzeug.- und dadurch auch ein Eincheckproblem, welches Dank der HIlfe einer netten Mitarbeiterin von Condor schnell gelöst werden konnte.

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Am Flughafen in Whitehorse erwartete uns bereits Heinz Steinborn.

Allerdings warteten wir immer noch auf unser Boot und die kleine Bordkanone lag auch noch bei der Flughafenpolizei, da diese  als Kurzwaffe eingestuft wurde. Nun galt es wegen des Bootes und der Kanone noch einiges zu regeln.

26.06.2013 Nach dem geplanten Hotelaufenthalt buchten wir noch notgedrungen eine weiteren Tag im Hotel, konnten so aber mit Strom- und Internetanschluss einiges austesten. Heinz hat uns sein Zelt zur Verfügung gestellt, die einfachste Isomatte und ein „Schlafsack“ gekauft (war alles in Top Qualität  zu diesem Zeitpunkt noch im Container) und so hatten wir uns auf einem Campground eingerichtet. Tshirt und Boxershort sollten uns nun aussehen lassen wie normale „Touris“. Denkste! Wir liefen in diesen Sachen an Indians vorbei, und diese redeten untereinander: „Das waren doch die Piraten!“ Hier wurden wir allzuoft als Pirats angesprochen, aber immer wieder haben wir höflich auf die Yorkmen des 18.Jahrhunderts verwiesen.

Bei Scott von Kanoe People richteten wir unser Basislager gleich am Ufer des Yukon Revers ein.

Bei Scott von Kanoe People richteten wir unser Basislager gleich am Ufer des Yukon Rivers ein.Heinz lieh uns ein Zelt, so dass wir mit unseren wenigen mitgebrachten Dingen und einigen notwendigerweise gekauften, auf den nahegelegenen campground umziehen konnten.Heinz lieh uns ein Zelt, so dass wir mit unseren wenigen mitgebrachten Dingen und einigen notwendigerweise gekauften, auf den nahegelegenen campground umziehen konnten.

so dass wir uns einen ersten Überblick verschaffen konnten.

so dass wir uns einen ersten Überblick verschaffen konnten.

Heinz fuhr uns zum Miles Canyon,

Heinz fuhr uns zum Miles Canyon,

 

…anschließend ein Besuch bei Gerd Mansperger, welcher mit einer seinen Wasserflugzeugen Luftaufnahmen von unserem Boot am Lake Laberte machen sollte.

…anschließend ein Besuch bei Gerd Mansperger, welcher mit einer seinen Wasserflugzeugen Luftaufnahmen von unserem Boot am Lake Laberge machen sollte.

Am Mittwoch den 26.06. startete mitten in Whitehorse der jährliche Yukon River Quest.             

            

 

 

 

 

 

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Mittlerweile hatten wir unseren 2. Großeinkauf hinter uns. Die nächsten 8 Wochen bräuchten wir nur noch Kleinigkeiten dazukaufen.

30.06.2013 Der Container stand pünktlich um 9:00 Uhr zum Abladen bereit. 3 Mann aus Calgary, Scott und einer seiner Angestellten halfen uns beim Entladen. Nach einer 3/4 Stunde hatten wir alles aus dem Container, so dass der Fahrer seine Heimreise antreten konnte. Wir waren froh darüber, dass uns so viele Leute geholfen haben. Ein Frühstück ausgegeben und ein Karton Bier für deren Kanufahrt nach Carmarcks und alles war o.k. Gut das es auch DInge gibt, welche so einfach sind. Dann fuhr uns Scott noch zu einer Einsatzstelle oberhalb des Miles Canyon. Nach einem knappen km campierten wir nun das erste Mal am Yukon River. Sequenz 01.Standbild001

Am nächsten Morgen fuhren wir durch den Miles Canyon. Sequenz 01.Standbild002

Scott hatte Wayne gefragt uns mit einer unserer Filmkameras zu filmen, was auch hervorragend funktionierte. So haben wir nun unsere Einfahrt in den Canyon und einige Passagen auf dem nachfolgenden Swatka Lake, welchen wir segelnd überquerten, als Filmsequenzen festgehalten. Sequenz 01.Standbild006 Sequenz 01.Standbild007Vom Swatka Lake holte uns Scott wieder ab um bei ihm die restlichen Dinge zu verpacken. Wir hatten soviel eingekauft, das wir Sorge hatten, diese überhaupt verstauen zu können. Am darauffolgenden canadischen Feiertag, sollten noch Fotos für die Zeitung gemacht werden, bevor wir gegen 12:00 Uhr unsere Reise fortsetzten.

08.07.2013 Hier eine Nachricht über den Stand unserer Fahrt:

Was ist uns alles passiert und schief gelaufen. Nachdem wir in Whitehorse die Weiterfahrt gestartet hatten, stoppten uns bis zum Lake Laberge gleich zwei Sandbänke. Einmal gar nicht ungefährlich doch wir schafften es wieder ohne Wasseraufnahme freizukommen. Das Boot hat, durch die Ausrüstung und Lebensmittel bis zur Beringsee einfach zuviel Tiefgang für den Yukon-River. Spätestens die Yukon-Flats hätten uns gestoppt! Nachdem wir auf dem Lake Laberge bei heftigem Wetter nach 3 Stunden das rettende Ufer erreichten, errichteten wir ein Notlager. Wir bekamen das auf Grund festsitzende Boot nicht in die Brandung gerichtet und lagen somit quer dazu. Bei jeder grösseren Welle nahm unsere Confiance Wasser. Wir waren so erschöpft, so dass wir den Ernst unserer Lage einfach zu spät bemerkten! Das Wetter und damit die Wellen wurden immer heftiger, sodass ein weiterer Versuch noch mehr zu retten einfach nicht in Frage kam Wir hatten uns schon beim Holen des Nötigsten beinahe unterkühlt. Hinzu kam noch, dass an der Stelle wo wir landeten, der Grund aus Ton bestand, mit zu viel Gewicht auf den Armen versank man im Boden. Beide fischten wir mehrfach nach feststeckenden Sandalen. Das Boot war am nächsten Morgen komplett voll Wasser. Nur die wenigsten Packsäcke haben dicht gehalten. Am schlimmsten hat es aber unsere Stromversorgungen für unser Filmvorhaben getroffen. Generator, Akkubox und Spannungswandler waren defekt. Nach einer weiteren Nacht in unserem Notlager, konnten wir unsere Confiance wieder flott machen und ins tiefere Wasser schaffen. Problem war nun, unsere mittlerweile ans Ufer gebrachte und getrocknete Ausrüstung wieder ins Boot zu bekommen. Mit Hilfe unserer aufblasbaren Slipprollen bauten wir uns ein Floss und in über 20 Transporten schafften wir wieder alles an Bord. So konnten wir nach fast 2 Tagen Zwangspause unser Notlager wieder verlassen und unsere Weiterreise zu einem offiziellen Campground auf der ca. halben Länge des Lake Laberge fortsetzen.

Jetzt abzubrechen ist vernünftig, die negativen Zeichen zu achten, welche schon mit dem Festhalten unserer Ausrüstung durch den Zoll begannen und sich in jeder nur erdenklichen Kleinigkeit wiederholten, ehrt uns eher, als nun unvernünftig mit Gewalt eine nächste Etappe zu erreichen. Wir wollten einfacht nicht noch Schlimmeres heraufbeschwören Alle dort gaben uns recht und fanden es gut, dass wir so etwas versucht hatten. So auch Roy, welchen wir am Campground am Lake Laberge kennen lernten. Er ist Rentner, besitzt ein riesiges Grundstück mit etlichen Gebäuden und hatte uns gleich eingeladen, bei ihm für einen kommenden Versuch ein Basislager einzurichten. Wir reparierten unser beschädigtes Boot und überprüften unsere Ausrüstung. Hier trafen wir auf viele interessante Leute. Roy ist anscheinend recht bekannt. Nach 3 Stunden Fahrzeit erreichten wir Atlin, ein Goldgräbernest aus der Zeit vor dem Goldrausch am Klondike, und man sagte uns, dass wir mit Roy den besten Führer hätten, der hier so rumläuft. Tatsächlich fanden wir auf den Spuren der alten Goldgräber auch jeder unser eigenes Edelmetall mit unseren dafür mitgebrachten Goldwaschpfannen. Kein erwähnenswerter Wert, dafür wissen wir nun, dass es funktioniert.

Nach einem weiteren gelungenen Abend bei Roy und seiner Frau (sie kocht vorzüglich, die meisten Lebensmittel haben wir den beiden überlassen, halten sich eh nicht bis kommendes Jahr) bleibt uns nun nur noch allen zu danken, welche uns mit Wünschen, mit ihrer Hilfe ( hier nochmals Heinz Steinborn und Scott von Kanoe People hervorgehoben) oder durch Sachleistungen sehr geholfen haben. Aber keine Sorge: Wir sind weiterhin zuversichtlich. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Wir werden nachdem wir einen Plan zur Verbesserung und Reduzierung unserer technischen Ausrüstung getroffen haben, nächstes Jahr unsere Reise am Lake Laberge fortsetzen. Mindestens die historische Ausrüstung hat uns jedenfalls überzeugt.“

weiter mit Yukon Tour 2014